Die ML-Factory Bausatzgitarre in Action!

30. Mai 2012

Der Berka P-Man – ein richtiger Bass-tard

17. November 2009

Ich hatte bei meinem Schwiegervater Peter noch etwas Khaya Ivorensis (afrikanisches Mahagoni) rumliegen, das wir für den Body einer Gitarre benutzt hatten (eine andere Story). Irgendwie verursachte das Holz bei mir einen unnachgiebigen Drang nach einem „selbstgebauten“ Instrument.

Im Herbst 2003 hielt ich’s nicht mehr aus, und beauftragte Peter damit, mir aus dem Khaya einen Precision-Body auszusägen. Dann bestellte ich die restlichen Bauteile bei Rockinger in Hannover.

Mir schwebte eine Kreuzung eines Precision-Korpus, eines Jazz-Halses, eines Stingray-Humbuckers und passiver Elektronik vor.

Der ungebeizte und unlackierte Korpus sah so aus:

Den Kanal für die Erdung auf der Vorderseite und den Deckel fürs Elektronikfach stellte Peter aus Wenge her.

So sieht mein P-Man in fertigem Zustand aus:

Der Korpus ist gebeizt und lackiert (danke, Peter), während ich den Hals nur mit Öl und Wachs behandelt habe.

Ursprünglich hatte der P-Man keine Kontur für den rechten Unterarm – weil ich’s so sexy fand – nach einigen Monaten musste ich dann aber doch eine Kontur einfügen, weil mein Handgelenk die harte Kante nicht so gut vertrug.

Die Mechaniken sind vom deutschen Hersteller Schaller:

Der Sattel ist ein Graphit-Kunstoff-Gemisch aus dem Hause Graphtech, während die Brücke im Vintage-Stil wohl von Gotoh ist:

Der P-Man spielt sich sehr gut und klingt astrein. Der Mahagonikorpus und der fette Humbucker erzeugen einen ganz eigenen holzigen Charakter in den Mitten.

Ich spiele den P-Man zum Beispiel auf Nothing to Fear.


Volaaaaaare, oh-wow, e…

28. Oktober 2009

Ich war letzten Sonntag auf der Helsinkier Musikmesse, und stieß da auf Keijo Liikanen einen der Macher hinter Liikanen Guitars. Liikanen sind bekannt für ihre klassischen Gitarren der Meisterklasse.

Keijo drückte mir eine hübsche, gut gemachte Gitarre in die Hand und sagte mit einem verschmitzten Lächeln: „Rat‘ mal, was die kostet.“

Ich spielte ein paar Passagen…hm, die klingt gut…“So um die 500 Euro, vielleicht?“ „Ha – der finnische Listenpreis liegt bei 260 Euro; unser Messeangebot ist 200…“

Wow, bei dem Preis-Leistungsverhältnis musste ich gleich zuschlagen!

Jetzt bin ich also stolzer Besitzer einer Kantare L100C.

Kantare front

Kantare ist die günstigere Marke von Liikanen Guitars. Bisher wurden alle Modelle in Vietnam hergestellt, aber die Produktion wird zur Zeit nach Rumänien verlegt. Die L100C ist das erste der rumänischen Modelle.

Kantare label

Die Gitarre hat eine Decke aus massivem Zedernholz.

Kantare close up body

Die Seiten und der Boden sind aus laminiertem Mahagoni. Die Decke ist mit Liikanens patentiertem Lens Resonance System versehen. Über diese sensationelle Entwicklung von Uwe Florath und Kauko Liikanen erfahrt ihr mehr hier.

Kantare back

Der Hals ist – ungewöhnlicherweise – aus Ahorn, und ist bei meinem Exemplar sogar fein geriegelt.

Kantare close up neck

Das Griffbrett ist aus schwarz eingefärbtem Akazienholz, während die Mechaniken auf der mit Mahagoni auffurnierten Kopfplatte chinesische Hauser-Kopien von ordentlicher Qualität sind.

Kantare head and tuners

Die Kantare L100C besticht durch ihre gute Verarbeitung und liebevolle Details, wie die Verziehrung an der Brücke.

Kantare detail bridge

Aber letztlich überzeugt am allermeisten die extrem gute Bespielbarkeit und der volle, klare und saubere Ton dieses Modells.

Kantare Gitarren sind in vielen Ländern in Fachgeschäften erhältlich. Das Antesten lohnt sich bestimmt.