Höfner 500/1 – der Beatle-Bass

19. August 2009

Der Höfner 500/1 ist ein deutscher Bass, der im Jahre 1956 das Licht der Welt erblickte.

Dieser Vollresonanz E-Bass mit seiner kurzen Mensur (76,2 cm = 30″) wäre wahrscheinlich nach einigen Jahren bescheidenen Erfolgs wieder in der Versenkung verschwunden, wenn nicht ein junger Mucker namens Paul McCartney 1961 in einem Hamburger Musikladen auf den Höfner gestoßen wäre. Der 500/1 war handlich, günstig, und man konnte ihn als Linkshänder-Version bestellen.

In den ersten Jahren durchlief das Bassmodell einige bauliche Veränderungen.

Die ersten Modelle hatten zwei Tonabnehmer, die von der Form her wie Löffelbisquits aussahen. Die Tonabnehmer saßen dich nebeneinander in Hals- und Mittelposition. Auf einer ovalen Plastikplatte gab es für jeden Tonabnehmer einen eigenen Volumen- und Klangregler:

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1959 änderte Höfner die Funktion der Regler und ihre Anordnung; ab jetzt gab es zwei Volumenregler. Zusätzlich konnte man über Schiebeschalter die Tonabnehmer einzeln ein- und abschalten, und einen leicht gedämpften Rhythmussound anwählen. Seit 1959 haben alle 500/1 -Modelle auch einen Schaltkreis eingebaut, der den Halstonabnehmer auf ganz dumpf stellt, wenn man den mittleren (später Brücken-) Tonabnehmer mit dem Schiebeschalter abstellt (besonders bei Reggae-Bassisten sehr beliebt). Das Ganze saß jetzt auf einer rechteckigen Platte:

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Im Jahre 1960 erschienen dann größere, rechteckige Tonabnehmer mit geschlossenen Metallkappen. Genau solch eine Variante kaufte sich McCartney in Hamburg:

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Ab 1962 wurde der zweite Tonabnehmer dichter an die Brücke gesetzt. Zunächst hatten die Tonabnehmer vier Linsenkopfschrauben und vier flache Magnetstücke in ihren Deckeln (die sogenannten Staple-Top-Pickups). 1963 bekam McCartney vom britischen Importeur Selmer genau so einen Bass:

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Ab 1967 änderten sich die Tonabnehmer im Aussehen noch einmal – sie hatten vier dünne Madenschrauben und eine lange magnetische Klinge – und das blieb dann mehrere Jahrzehnte so, bis zum neuen Beatles-Boom in den späten Neunzigern.

Mein Höfner 500/1 wurde im Januar 1990 gebaut. Zu der Zeit interessierte sich gerade niemand für den Beatles-Bass, weshalb Höfner das Modell nur auf Bestellung herstellte. Bestellt hatte ich ihn übers Soundhaus in Lübeck.

Hofner full

Mein Höfner hat einen einteiligen Ahornhals mit angeleimtem Halsfuß. Als Mechaniken fungieren Gitarrenmechaniken von Gotoh.

Hofner headstock

Hofner tuners

Der Korpus ist (wie immer) komplett hohl. Die Decke ist aus Fichtenschichtholz, während die Zargen und der Boden aus laminiertem Anigré hergestellt sind.

Hofner body

Hofner back

Der 500/1 hat einen fetten, leicht bellenden Sound, der mit Roundwound-Saiten durchaus auch drahtige Anteile enthält.

Obwohl ich eigentlich ein Fingerstil-Bassist bin, spiele ich den Höfner immer mit einem Plektrum, weil die Saiten recht dicht nebeneinander angeordnet sind, und außerdem durch die Bauweise des Basses die Saiten auch recht weit von der Decke entfernt sind.

Hofner side

Interessant ist, dass man den Höfner zum Aufnehmen auch ohne DI-Box direkt in ein Mischpult (oder eine externe Soundcard) einspeisen kann – der Sound ist und bleibt genial!

Seit ein paar Jahren kann man einen echten Höfner 500/1 auch günstiger erstehen. Denn es gibt die chinesische Contemporary-Serie der Firma:

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Der Hauptunterschied zu in Deutschland gefertigten Instrumenten ist die Halbresonanz-Bauweise des Korpus. Hierbei durchläuft ein Ahornblock den Korpus auf ganzer Länge, was zu einem etwas längeren Sustain führt.

Als Anspieltips in Punkto Sound nenne ich einfach mal alle Beatles-Platten vor 1966, und die Beatlessongs Get Back, Come Together und McCartneys Stück My Brave Face.

Ich spiele den Höfner zum Beispiel hier und hier.


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Jetzt zu den Erdbeerfeldern!

15. Mai 2009

Hier ist der neue Link zu den Erdbeerfeldern, der Seite für Beatlesfans.


Mein bester Song – finde ich jedenfalls

13. Februar 2009

Was macht einen guten  Song aus?

Der Text sollte Sinn machen und sich auch gut singen lassen.

Die Melodie soll eingängig sein, ohne dass sie platt oder stumpfsinnig ist.

Ich glaube, dass mir das bislang mit keinem anderen Lied so gut gelungen ist, wie mit Halt mich.

Als ich mir Franks Text das erste Mal ansah, machte sofort alles Sinn. Ich nahm die Gitarre zur Hand, und sang gleich „Halt mich! Halt mich in Gedanken…“

Der Song war gleich als Ganzes da; ich musste gar nicht dafür „leiden“, was mir beinahe etwas unheimlich vorkam.

Also schnell den Rekorder angeschmissen und ein einfaches Demo gemacht.

Und das klang so: Halt Mich! – rough demo

Frank war begeistert, und so fackelte ich nicht lange, und nutzte die Gelegenheit eines Gerätetests für Riffi (ich glaube es war ein Korg D1200-Mehrspurgerät), um ein ordentliches Demo aufzunehmen.

Das Resultat hört ihr hier: Halt mich!

Wie üblich spiele ich alle Instrumente selbst:

• die Drummachine ist die legendäre SR-16 von Alesis

• die akustischen Gitarrenspuren sind mit der Takamine aufgenommen

• die elektrischen Gitarren sind meine japanische Telecaster und eine Epiphone Les Paul Standard Plus mit EMG HZ-Tonabnehmern

• mein Squier Jazz Bass ist auch mit von der Partie

• die Orgel ist aus dem Korg SP-200 Stagepiano


Meine Takamine N-20 – eine Jumbo für alle Fälle

22. Januar 2009

Hier seht ihr meine Takamine N-20:

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Takamine ist eine japanische Akustikgitarrenfirma, die in den Sechzigern gegründet worden ist.

Nach den ersten, eher bescheidenen, eigenen Modellen verlagerte sich die Firma in den 1970ern auf qualitativ hochwertige Kopien von Martin-Modellen. Viele dieser Gitarren waren mit Takamines guten Tonabnehmer-Systemen ausgestattet. Besonders die Tonabnehmer sorgten dafür, dass sich der Name Takamine in Musikerkreisen einen guten Ruf verdiente.

Als Ende der Siebziger viele US-Firmen anfingen gegen die Kopierer rechtlich vorzugehen, entschlossen sich die meisten japanischen Hersteller dafür eigene Modelle zu entwickeln.

Bei Takamine hieß das Ergebniss der Entwicklungsarbeit Natural Series. Die Modelle der Natural-Serie tragen im Namen ein N- am Anfang; wenn sie einen Tonabnehmer eingebaut haben steht am Anfang EN-.

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Meine N-20 (Baujahr 1986) basiert auf dem großen Gibson-Modell SJ-200, ist aber glücklicherweise völlig frei von Cowboy-Motiven und ähnlichem Kitsch. Die Kopfplatte ist ein gelungenes eigenes Design.

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Der Korpus besteht aus einer massiven Zederndecke mit Zargen und Boden aus Mahagoni. Auf den Mahagonihals ist ein sehr dunkles Palisandergriffbrett aufgeleimt, das durch das Fehlen jeglicher Einlagen sehr elegant aussieht (finde ich).

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Eine Besonderheit der meisten Takamine-Gitarren ist der zweiteilige Steg, der für eine perfekte Intonation sorgt.

Ich liebe den perlenden, aber trotzdem vollbauchigen Klang meiner N-20, den man auf diesem Song besonders gut hören kann:

Running Man

Der gefühlvoll-melancholische Text stammt aus der Feder meines Freundes Frank Badenius.


Son of the Walrus

30. Dezember 2008

Frank Badenius liebt – genau wie ich auch – die Beatles. Da wollte ich ihm einmal eine Freude machen, und habe seinen Text „Let Me Think About It“ mit einem beatligen Arrangement vertont.

Frank nennt den Song seitdem „Son of I Am The Walrus„. Da habe ich wohl etwas „richtig“ gemacht 😀

Ystäväni Frank rakastaa Beatles-yhtiön musiikkia – samoin minäkin. Näin sovitin meidän yhtennäisen biisin „Let Me Think About It“ vanhatavalla tavalla.

Frank kutsuu tulosta „Son of I Am The Walrus„:iksi. Olen siis onnistunut 😀

My friend Frank and I share a passion for the music of the Beatles. That is why I tried to give this recording of our song „Let Me Think About It“ a beatle-y arrangement.

Frank calls this track „The son of I Am The Walrus“ – seems I’ve done something right 😀

Let Me Think About It

@Pavel: This is me drumming (badly) on a Roland SPD-8. Have mercy 😉


Diese Seite ist für Beatles-Fans ein Muss

21. Oktober 2008

Mein guter Freund Frank Badenius hat vor vielen Jahren diese tolle Website gegründet:

Erdbeerfelder

Liebe Grüße nach Deutschland!

 

All you Beatles-Fans check out this cool German site (link above), started by my friend Frank Badenius.