Gibson Les Paul Junior – schnörkellos, ehrlich, gut!

Ich habe ja schon vor einem Jahr etwas zur Les Paul Junior geschrieben (siehe hier), will jetzt aber trotzdem noch ein paar Detailfotos von meiner ’87er Version vorstellen.

Auch wenn Gibson in den Achzigern diese Gitarre als den „1954 Reissue“ herausgebracht hatte, ist meine Junior kein reinrassiger Vintage-Nachbau, sondern eine modernisierte Version, die sich dennoch am stimmigen Grundrezept des Originals orientiert.

Der auffälligste Unterschied ist die Tune-o-Matic-Brücke mit getrenntem Saitenhalter meines Models im Gegensatz zum Wraparound-Einteiler aus den Fünfzigern.

Die Tune-o-Matic-Brücke verbessert deutlich die Oktavreinheit der Gitarre, auch wenn die hier benutzte Metallspange (die die Brückchen auch beim Saitenwechsel am Platz hält) mitunter zum Scheppern neigt. Einige Schlaumeier behaupten, dass die originale Brücke „das einzig Wahre in Punkto Sustain“ sei; andererseits sind das die gleichen „Fachleute“, die immer vom „unerreichten Sustain der originalen Les Paul Standard ’58–’60“ schwärmen – und diese Gitarren hatten alle eine Tune-o-Matic… 😉

Die Front der Kopfplatte wurde bei dieser Serie nicht mit einer schwarz gefärbten Holz- oder Faserplatte furniert, sondern das Mahagoni wurde hier direkt schwarz lackiert (um Kosten zu sparen).

Ab Werk kamen die ’86–’92 Juniors mit Grover Mini -Mechaniken (eine Handvoll wurden stattdessen mit Kluson-Kopien bestückt), die bei meinem Exemplar allerdings so ausgelutscht waren, dass ich sie durch reguläre Schaller Classics ersetzt habe.

Die Originale aus den Fünfzigern hatten nur einen minimalen Halswinkel (ca 1 Grad), bei meiner Gitarre ist der Hals – nicht zuletzt wegen der anderen Hardware – nach Art der Les Paul Standard/Custom eingeleimt (mit ca 4-5 Grad Neigung).

Über die Jahre gab es den P-90-Tonabnehmer in verschieden Versionen und mit unterschiedlicher Magnetenbestückung. Auf meiner Junior trägt der Tonabnehmer eine matt-schwarze, leicht angerauhte Kunstoffkappe. Der P-90 selbst ist eine Alnico III -Ausgabe, die zwar nicht ganz so laut brüllt wie ein Alnico V -Modell, aber dafür deutlich dynamischer und weniger grätzig rüberkommt.

Nur ein Tonabnehmer, keine Schalter, kein Vibrato – diese Gitarre ist ein absoluter No-Brainer mit einem Wahnsinnssound.

Meine Junior hat mich zu einigen meiner besten Songs inspiriert; als Beispiele hier:

Shelter

Save Our Ass

I’m Doing Fine

Derzeit baut Gibson die Singlecut Junior in zwei Versionen – einmal die günstigere Ausgabe vom „Fließband“ und dann die teurere VOS Junior aus dem Custom Shop. Die Billie Joe Armstrong Signature basiert auch auf einer Junior, hat aber einen brummunterdrückenden H90-Tonabnehmer.

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