Hamer – handgemachte Topqualität

„Wir haben keinen Custom Shop – wir sind ein Custom Shop!“

Das ist das Credo von Hamer Guitars aus New Hartford im Bundesstaat Connecticut in den USA.

Firmenchef Jol Dantzig und sein knappes Dutzend Mitarbeiter bauen seit den 1970ern E-Gitarren der Extraklasse in akribischer Handarbeit. Die Stückzahlen sind dadurch natürlich begrenzt – gegenwärtig liegt die Produktion bei ungefähr drei bis vier Instrumenten pro Tag.

In den USA ist Hamer eine legendäre Marke für qualitätsbewusste Gitarristen. Dazu haben auch die abgefahrenen Spezialinstrumente für Rick Nielsen von Cheap Trick beigetragen. Leider ist die Firma hier in Europa recht unbekannt.

So war auch meine 2003er Hamer Studio Custom ein Ladenhüter, den ich vor zwei Jahren als wahnsinniges Sonderangebot bei F-Musiikki in Helsinki abgestaubt habe. Meine Hamer ist eine absolute Sahneschnitte, sowohl von der Verarbeitung, als auch von der Bespielbarkeit – und nicht zuletzt vom Sound – her.

Hamer Studio Custom full flash

Von der Form her orientiert sich die Studio Custom an der klassischen Gibson Les Paul Junior/Special aus den späten 50ern.

Hamer Studio Custom back

Sowohl der Hals als auch der Korpus sind aus Mahagoni gefertigt. Der Hals wird bei Hamer aus drei Streifen Holz zusammengeleimt, bei denen der mittlere Streifen zur Versteifung 180 Grad um die Längsachse gedreht wird. Der Halsfuß ist bei Hamer immer extrabreit und reicht bis in die Halstonabnehmerfräsung hinein.

Hamer Studio Custom neck joint

Die Decke der Studio Custom ist aus feinstem Riegelahorn, und wird mit gemasertem Zelluloid eingefasst. Die Brücke und der Saitenhalter meiner Hamer stammen vom japanischen Hersteller Gotoh.

Hamer Studio Custom bridge

Die Mechaniken kommen aus Deutschland von Schaller.

Hamer Studio Custom headstock

Hamer Studio Custom tuners

Die Tonabnehmer meiner Gitarre sind Seymour Duncans – ein Zebra ’59 am Hals und ein JB am Steg. Neuere Versionen haben zwei spezielle Versionen des ’59-Tonabnehmers an Bord.

Hamer Studio Custom Duncans

Im Palisandergriffbrett sind beim 2003er Modell noch Gibson-typische Crown-Einlagen eingelegt – allerdings im Gegensatz zum „Vorfahren“ nicht aus Zelluloid oder Plastik sondern aus Perlmutt. Neuere Hamers haben jetzt eine eigene Kreation (sogenannte Victory-Einlagen), um sich gegenüber Gibson abzusetzen.

Hamer Studio Custom inlays

Von der Bespielbarkeit her gibt es wirklich nichts an der Hamer auszusetzen – die perfekt abgerichteten Bünde spielen sich wie Butter und der satt-massige Hals liegt souverän in der Hand.

Die kompromisslose Umsetzung dieser Gitarre resultiert in einem sahnig-schmatzenden Ton, mit einem eleganten Mittenregister und perlenden Höhen. Kurzum – die Hamer klingt wie eine etwas frischere, edlere Version einer Gibson Les Paul Standard.

Die erste Aufnahme mit der Hamer war mein Demo von I Still See Them All.

Hamer Studio Custom full sunlight

Übrigens: Es gibt auch in Korea gefertigte günstigere Versionen der Hamer-Modell in der XT-Serie. Das Pendant zur Studio Custom heißt da Sunburst Archtop Flametop.

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